Ausrichtung

„Über sich hinauswachsen.“ Das habe ich gerade im Netz gelesen. Dr. Anna Sawerthal macht in dem Text deutlich, dass das Leben viele Herausforderungen für uns bereit hält. An drei Beispielen zeigt sie auf, wie man diese meistern kann. Etwa durch Laufen als Achtsamkeitsübung. Eva Sperger zeigt, wie man sogar mit Überforderung umgehen kann. Oder wie Florian Fladerer, indem man eine schwere Krankheit akzeptieren lernt. Man kann auch wie Lisbeth Bitto tanzend Grenzen überwinden.

Auch für mich gibt es die Herausforderung, über mich hinauszuwachsen und den Sumpf des Alltäglichen zu verlassen: Nicht steckenbleiben in den Gedanken über das, was mein Vater getan hat, was er anderen Menschen angetan hat, sondern daraus konsequente Schritte für mein Leben abzuleiten.

Das bedeutet für mich, mich aus egoistischem Denken zu lösen, um frei für die Wahrnehmung der Wirklichkeit zu werden. Ich muss die Dinge sehen, wie sie sind – und nicht wie sie zu sein scheinen. Das bedeutet auch, emotional zu sein kann sehr gefährlich werden, denn dann sehe ich nicht, wie die Dinge tatsächlich sind.

Ich bin mir darüber im Klaren, dass Fragmentierung im Denken das Übel unserer Zeit schlechthin ist. Also tue ich alles, um das aus meinem Denken herauszubekommen. Und ich versuche andere zu bewegen, das selbe zu tun. Ich glaube ernsthaft, dass das alles ist, was ich wollen muss. Einfach jeglichen Egoismus und jegliche Fragmentierung sein lassen.

Für mich verläuft die Grenze zwischen gut und böse in meinem Denken. Es besteht keine Notwendigkeit für mich zu wissen, was ‚das Richtige‘ ist. Das beantworten zu wollen oder denken, es zu können, halte ich für Selbstüberschätzung.

Wenn ich mein Denken, also meinen Geist, von jeglicher Selbstbezogenheit gelöst habe, bin ich eins mit dem kosmischen Geist, dann löst sich die Grenze zwischen gut und böse auf, dann lösen sich gut und böse auf.

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