Bewusstsein

Bestmöglich bewusst bin ich nur, wenn mir absolut nichts bewusst ist. Schon wieder so ein wunderbares Zen-Paradoxon: Bewusst-sein durch nicht-bewusst-sein. Aber genau so ist es tatsächlich.

Nur ist es nicht so ganz einfach, in diesen Zustand zu kommen. Bekannt ist er unter dem Begriff „Flow“. Im Flow denke ich nicht mehr und nehme auch nichts „bewusst“ wahr. Tatsächlich ist das nicht korrekt, denn ich denke sogar hoch effektiv und ich bin auch total bewusst, was gerade passiert – nur ich bekomme davon nichts mit.

Ganz einfach, denn im Flow ist kein „Ich“ vorhanden, das über etwas nachdenken oder sich einer Sache bewusst sein könnte. Es hängt immer an diesem „Ich“. Darüber definiere ich üblicherweise, was „denken“ oder „bewusst sein“ ist.

Ist das „Ich“ nicht da, sind auch meine (!) Vorstellungen darüber verschwunden, was nicht bedeutet, dass sie sich aufgelöst hätten, nur haben sie eine ganz andere „Gestalt“ angenommen. Üblicherweise gehen wir j davon aus, dass 80%, also ein ordentlicher Batzen, im Unterbewusstsein und nicht im Bewusstsein ist.

Im Flow ändert sich dieser Anteil auf 100%. Und da ich mir im Flow – natürlich nur für einen Außenstehenden – voll bewusst bin, bedeutet das, dass ich in diesem Zustand tatsächlich vollkommen bewusst bin und die Differenzierung bewusst – unterbewusst nur einem deterministischen Weltverständnis geschuldet ist.

Dass ich im Flow vollkommen bewusst bin, das kann ich immer erst hinterher reflektieren. Und denke ich plötzlich im Flow darüber nach, bin ich schon aus dem Flow gefallen.

Mit anderen Worten: In der Bewusstheit erlöschen Unterbewusstsein und Bewusstsein gleichermaßen.