Das Spiel

Du siehst mich nicht, wenn ich dich nicht sehe!“ ist ein bei kleinen Kindern sehr beliebtes Spiel.

Das Dumme ist nur, dass viele Erwachsene dieses Spiele auch spielen, nur sie merken überhaupt nicht mehr, dass sie ein Spiel spielen. Und das in mehrfacher Hinsicht. Drei Varianten dieses Spiels sind mir gerade präsent.

Da ist zum einen die Sozialisation, in deren Namen wir viele Dinge „gelernt“ haben und an die wir uns halten. Etwa die Regeln der Konvention. Die haben nur fatale Auswirkungen, wie Scott Peck es einmal formuliert hat. Die Kommunikation in der Konvention ist höflich, unauthentisch, langweilig, steril und unproduktiv. Ich sage da nur: „Herzlichen Dank!“

Aber es geht ja noch weiter. Viele halten ja das, was sie wahrnehmen können, schon für die Realität. Ein fataler Irrtum. Man braucht nur den Prozess der Wahrnehmung einmal ganz genau zu untersuchen. Dann kommt man zwingend darauf, dass das, was wir für wirklich halten, erst in unserem Kopf entstehen kann. Vollkommen logisch.

Nicht anders ist es bei dem Determinismus. „Eigentlich“ ist leicht feststellbar, dass man selbst nicht determiniert ist. Wäre das so, wäre es auch super leicht, immer sofort die Ursache dafür zu finden, wenn man einmal Kopfschmerzen hat oder grundlos (!) traurig ist. Ganz klar, jeder ist ein Prozess. Und der liegt allzuoft im Dunkeln. Also sollte man das auch anderen zugestehen, nicht nur sich selbst.

Fazit: Nicht nur unsere Sozialisation lässt uns in die Irre laufen, sondern bereits unser natürlicher Wahrnehmungsapparat und die Feedback-Schleifen unseres Gehirns sorgen dafür, dass wir uns und die Welt grundlegend falsch begreifen.

Die Lösung ist recht einfach: Wir sollten die Natur einfach in Ruhe lassen und ihr Ding machen lassen, sie kann das nämlich ganz offensichtlich sehr gut. Was also sollte ich tun? Ganz einfach mein „Ich“ ruhig stellen. Dann kann „ich“ mich schon nicht mehr einmischen. Ich bin ja auch nichts anderes als Natur, jedoch nur dann, wenn ich kein „Ich“ mit mir herumschleppe.

Das ist alles, was es braucht: Das Ich-Denken aufzugeben.