Die innere Landkarte

Was immer ich glaube, ist „meine“ Realität. Die offene Frage aber ist, ob das überhaupt mit der Wirklichkeit übereinstimmt, vor allem ist es die wichtige Frage, ob ich mit diesem Bild des mir Möglichen auch tatsächlich meine Möglichkeiten ausnutzen kann. Man merkt schon an der Formulierung, dass das nicht der Fall sein muss – und meist auch nicht ist.

Was ich für gegeben halte, also mein Bild der Realität, ist sicher nicht das stimmige Bild der mir möglichen Realität, denn es ist limitiert durch meine Vorstellungen und Annahmen, die aber nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben müssen. Leider.

Denke ich, dass ich etwas nicht kann, dann werde ich es auch nicht können. Andererseits, wenn ich denke, dass ich etwas kann, heißt das nicht, dass ich es deswegen schon könnte. Aber ich schaffe mir so die Möglichkeit, es zu können; wenn eben alles zusammenpasst und ich die Fähigkeit es zu tun habe.

Das bezieht sich aber keineswegs nur auf körperliche, sondern vor allem auch auf geistige Fähigkeiten. Und aus dem Grund liebe ich auch Sciencefiction, denn da muss ich „weiter“ denken als normal. Obwohl, mir langt schon die Quantenmechanik wirklich zu denken und nicht nur so zu tun „als ob“.

Die wirklich spannende Frage ist, wie ich meine innere Landkarte für die Vorstellungen des Tetralemma öffnen kann – und eben nicht nur so zu tun als ob ich es täte. Wahrscheinlich beginnt es damit, dass ich den Satzbeginn „Ich weiß, dass …“ in meinem Repertoire erheblich reduzieren werde.

Genauso, wie ich sehr, sehr aufmerksam mit den Begriffen umgehen muss, denn verwende ich einen Begriff, denn ich „eigentlich“ nicht gemeint habe, dann brauche ich mich nicht zu wundern, wenn mich anderen nicht verstehen.

Auch die Begriffe Emotion, Gefühl und Empfindung muss ich sorgfältiger verwenden, denn jeder Gedanke erzeugt Realität. Manche werden als Worte ausgedrückt – und dann sind sie in der Welt. Und auch, wenn ich sie nur denke, verknüpfen sie sich mit den Gedanken in der Welt und bilden ein dichtes Netz, auf dem unser aller Realität basiert.

Ich muss mir bewusst sein, dass alles das, was ich annehme wie jeder Gedanke mein Leben unmittelbar Gestalt annehmen lässt und mittelbar das Leben von uns allen beeinflusst.