Erkenntnis

Was hat Quantenphysik mit dem und meinem Leben zu tun? Einfach alles. Die Quantenphysik führt logischerweise zu dem Schluss, dass alles miteinander verbunden ist und dass das, was wir sehen, nur die Oberfläche einer viel tieferen Realität ist. Aber nicht nur das.

Je weiter sich Forscher den Geheimnissen der Natur annähern, umso größere Rätsel tun sich vor ihnen auf. Jetzt haben Wissenschaftler entdeckt, dass unsere DNA eine Art Bewusstsein besitzt und sogar kommunizieren kann und zwar auf eine Art, die jegliche menschengemachte Technik in den Schatten stellt. 

Ein Magnetsensor aus zwei quantenmechanisch miteinander verknüpften Elektronen lässt Vögel das Erdmagnetfeld buchstäblich sehen.

Auf der Basis theoretischer Überlegungen kristallisierte sich ein subtiler Quanteneffekt als wahrscheinlichste Möglichkeit heraus. Da gehe ich wirklich nicht mehr davon aus, dass sich in mir keine Quanteneffekte ereignen würden. Und tatsächlich, genau so ist es.

Mit der Erschaffung einer künstlichen, lebensähnlichen Protozelle, die externe Reize in Formveränderungen umsetzen kann, hat ein Team  um Philippe Bastiaens gezeigt, dass die gleichen selbstorganisierenden Prozesse, die den Bau eines Termitenhügels steuern, auch die Entwicklung von Zellformen bestimmen.

Sie wissen ja: Scheinbar kopflos krabbeln Tausende von Termiten über den Boden, tragen Sandkörner und lassen sie wieder fallen. Obwohl die Termiten keinen Bauplan haben, entsteht wie aus dem Nichts ein perfekt klimatisierter Sandbau.

Ein Beispiel für Selbstorganisation. Bastiaens‘ interdisziplinäre Gruppe hat erkannt, dass eine sehr ähnliche Situation der Selbstorganisation in unseren Zellen auftritt, die chemisches Potenzial als Energiequelle nutzen, um dynamisch aufrechterhaltene Strukturen zu erzeugen, die aus Molekülen bestehen.

Mit anderen Worten: Rekursive Kommunikation zwischen selbstorganisierten molekularen Systemen innerhalb von Zellen führt zu einer selbstorganisierten Gewebebildung auf einer höheren Ebene.

Das Dumme ist nur, dass all diese Quantenprozesse sich nicht ereignen werden, wenn man sie gezielt starten möchte. Weil in der Welt der Quanten der Beobachter eine wichtige Rolle spielt. Aus den Erkenntnissen um den Doppelspaltversuch wissen wir ja, dass ein Quantensystem kollabiert, wenn man explizit etwas von ihm wissen will.

Wir sollten uns also nicht so viel auf unseren Verstand und das Nachdenken einbilden, das wirkliche Denken passiert auf ganz andere Weise. Für uns im Verborgenen. Dabei ist die Frage, ob nicht genau das der Raum unserer Intelligenz ist.

Je mehr ich mich mit solchen Themen beschäftige glaube ich, dass unser wirkliches Potential ganz woanders liegt als wir bisher glaubten. Was einen aber nicht zu mystischen Schwärmereien verleiten darf, die sind genauso wenig zielführende wie eine Konzentration auf den Verstand.

Und was heißt das jetzt? Man sieht das, was man glaubt zu sehen, aber was wirklich da ist, ist vermutlich genau das, was wir nicht sehen (und denken).

Wir handeln aufgrund unseres Wissens und aufgrund dessen, was wir für wirklich halten. Haben wir jedoch (unwissentlich) unzutreffende Vorstellungen von der Wirklichkeit, dann liegen diese unzutreffenden Vorstellungen auch unserem Handeln zugrunde.

Die Folge: Wir können nicht anders handeln, solange wir nicht erkennen, wie die Wirklichkeit tatsächlich ist. Bis dahin halten wir uns (selbst) in unzutreffendem Denken gefangen, weil wir keine Vorstellung von dem Möglichen jenseits unseres Weltbildes haben.

Daher behelfen wir uns mit Konstrukten, die letztlich an der Sache vorbei gehen und keine wirklichen Lösungen beinhalten. Also ist die Frage: Wie erkenne ich, was wirklich ist?

Mich auf Philosophie zu beziehen ist problematisch, denn wie soll ich wissen, ob sie auch der Wirklichkeit entspricht? Dass sie sich für mich zu bestätigen scheint, sagt ja nur aus, dass ich Entsprechendes erlebe, aber nicht, dass das nicht auch einem reduzierten Weltbild und damit einer reduzierten Sichtweise entspricht.

Also nehme ich eine Wissenschaft ohne jegliche Interpretationsmöglichkeit – die Quantenphysik. Erst einmal. Habe ich die einzelnen Aspekte nicht nur begriffen und, wenn auch zähneknirschend, akzeptiert, dann – aber erst dann – kann ich mich daran machen zu untersuchen, was das philosophisch für mich bedeuten kann.

Das Wissen an sich und auch philosophische Überlegungen bringt mich nicht weiter. Erst wenn ich dieses Wissen auch zu implizitem Wissen gemacht habe und entsprechend auch lebe, erst dann erschließe ich dieses Potential. Ich darf aber nie vergessen, dass die ‚Regeln‘ dafür ganz anders sind als die, die ich bisher gewohnt war,