Freiheit

Ein Begriff, der definitiv Sehnsüchte weckt. Doch was ist Freiheit eigentlich? Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass in meinem Studentenzimmer ein Plakat mit dem Portrait von Che Guevara hing, so, dass es nicht zu übersehen war. Es war die Geschichte, die ich jedem erzählen wollte, der zu mir kam.

Doch was ich damit verbandt, könnte ich heute nicht mehr sagen. Und auch damals nicht, außer ein paar Plattitüden. Es war eine Sehnsucht, der Wunsch ausbrechen zu können aus einer gesellschaftlichen Struktur, die ich innerlich und äußerlich ablehnte und wozu ich nicht mehr gehören wollte.

Doch was ist Freiheit überhaupt? Sicher ist es nicht ‚die‘ Freiheit, die mich tun lässt, was ich will und auch nicht ‚die’ Freiheit von Zwängen, welcher Art auch immer. Was natürlich keinesfalls bedeutet, dass gesellschaftliche Systeme Menschen unfrei machen dürfen, was sie vielfach ja auch tun. Aber das ist nicht die Freiheit, die ich meine.

Der Wunsch nach dieser Art von Freiheit war eher vordergründig, auch wenn er durchaus berechtigt war. Aber ‚Freiheit‘ erreichte ich nicht durch die Freiheiten, die ich realisieren konnte. Irgendwas grenzte mich immer ein, mal mehr, mal weniger. Was auch nicht dahin verstanden werden darf, das man unbegrenzt leben könnte.

Frei bin ich erst dann, wenn ich nicht der Gesellschaft, aber den gesellschaftlichen Konventionen den Rücken kehren kann. Was sagt Scott Peck darüber? Die Kommunikation in der (normalen) Pseudogemeinschaft läuft über Verallgemeinerungen ab. Sie ist höflich, unauthentisch, langweilig, steril und unproduktiv. Und so will ich wirklich nicht leben. Nicht mehr tun, nur weil es andere auch tun, sondern meinen eigenen Weg gehen, das nenne ich Freiheit.

Meinen eigenen Weg im Leben musste ich jedoch erst einmal erkennen. Was nicht bedeutet, dass er klar sichtbar wäre. Das bedeutet, zu lernen, mich einerseits in der Gemeinschaft zu bewegen, in der ich nun einmal lebe, andererseits aber immer meinem eigenen Weg folgen. Das setzt die Fähigkeit voraus, zu mir selbst zu stehen und den anderen gleichermaßen zu akzeptieren (und nicht nur zu tolerieren!), zwei Haltungen, die sich nur scheinbar widersprechen.

Spreche ich über ‚Freiheit‘, dann geht es letztlich immer nur um meine eigene innere Freiheit, nicht um eine äußere. Das heißt letztlich, nichts anzuhaften. Wenn ich das realisiere, bin ich frei.