Haltung

Ich meine hier nicht die körperliche, sondern die innere, die geistige Haltung. Die bestimmt, wie und was ich tue und vor allem, was ich tun kann und tun werde.

Denn eines ist mir klar geworden: Ich kann nicht nur meine Wirklichkeit gestalten, ich tue es ganz konkret – so oder eben anders. Das Thema beschäftigt mich, seit ich realisiert habe, dass ich meine Wirklichkeit gestalte, auch wenn mir das überhaupt nicht bewusst war.

Solange ich dachte, dass die Wirklichkeit ‚da draußen’ etwas von mir Unabhängiges ist, nahm ich entweder eine Opferhaltung ein oder ich suchte andere dazu zu bewegen, dass sie taten, was ich wollte. Nur gibt es eben auch einen dritten Weg.

Indem ich mich ‚gestalte‘, gestalte ich nicht nur meine, sonder die Wirklichkeit als solche unmittelbar. Dann ist die Wirklichkeit nichts von mir Getrenntes mehr, sondern ich selbst bin Wirklichkeit.

Nur ist das etwas, was ich zwar empfinden, aber kaum in Worten ausdrücken kann. Hans-Peter Dürr hat es mit diesem Paradoxon auszudrücken versucht: ‚Das in sich differenzierte Eine.‘ Auch Schrödinger hat das mit seiner Feststellung zum Ausdruck bringen wollen, dass es Bewusstsein nicht im Plural gibt.

Sobald ich meine Empfindungen sprachlich zu fassen suche, lande ich in der Trennung, denn jeder Begriff trennt, er existiert ja nur durch sein Gegenteil. Sage ich ‚ich bin ein Teil des Ganzen‘ ist das genauso unzutreffend wie wenn ich sage ‚ich bin das Ganze‘.

Und genau das, also das Dazwischen, suche ich in meiner Haltung auszudrücken. Ich mache mir erst einmal bewusst, was ich theoretisch weiß. Nur verlasse ich mich da nicht auf den Philosophen, sondern auf den Techniker, genauer gesagt die Quantenphysiker.

Dann suche ich das philosophisch umzusetzen, frage mich also, was das für mich konkret bedeutet. Was erst eimal nicht so einfach ist, denn da erweisen sich meine bisherigen Überzeugungen immer wieder als ziemlich hohe Hürden, über die beim ersten Anlauf oft kein Rüberkommen ist.

Es dauert eine Weile, bis sie ‚eingeschmolzen‘ sind. Was natürlich voraussetzt, dass ich nicht hartnäckig an ihnen festhalte. Das ist alles was ich tun muss, denn realisieren werden sich meine Erkenntnisse dann ganz von alleine.

Schließlich ist das, was ich tue, ja nicht von meinem Wollen abhängig, sondern von meiner Haltung.

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