„Ich“

Wo verläuft die „Grenze“ zwischen „Ich“ und „Nicht-Ich“? Es ist eine systemische Grenze. Es kommt darauf an, was ich als dazugehörig empfinde und was nicht. Schrödinger hat das so formuliert:

„Der Grund dafür, daß unser fühlendes, wahrnehmendes und denkendes Ich in unserem naturwissenschaftlichen Weltbild nirgends auftritt, kann leicht in fünf Worten ausgedrückt werden: Es ist selbst dieses Weltbild. Es ist mit dem Ganzen identisch und kann deshalb nicht als ein Teil darin enthalten sein.“

Das habe ich nach einer kleinen OP begriffen. Jedenfalls denke ich das. Ich dachte darüber nach, weshalb mein Körper nicht darüber nachdenkt, was er tun muss, damit die Wunde heilt, sondern es ganz einfach macht.

Da fiel mir ein, dass ich im Flow auch über nichts nachdenke, sondern einfach tue, was zu tun ist. Und dass Gespräche immer dann „gut“ verlaufen, wenn ich weder urteile noch beurteile, meine Ansichten und Meinungen also nicht einbringe, sondern phänomenologisch über Fakten spreche und meine Emotionen im Körbchen lasse.

Die „Größe“ meiner Selbstbezogenheit steht demnach in direkter Relation zu dem „Nicht-Ich“ Raum um mich herum. „Ich“ und „Nicht-Ich“ bedingen einander. Verschwindet das „Ich“, verschwindet auch das „Nicht-Ich“.