Klar denken

Das ist eine der Voraussetzungen, will ich erkennen, was ist. Dazu übertrage ich das Prinzip des Dan-Sha-Ri auf mein Denken.

Es ist eine Methode für jeden, der klar leben und nicht von äußeren Dingen getrieben sein will; von Menschen, die ihr Leben selbst bestimmen wollen. Die drei Begriffe bedeuten Folgendes:

Dan: Unnötige Dinge nicht ins Leben gelangen lassen.

Sha: Alles aus dem Geist entfernen, was ein Ich-Denken aufbaut und alles, was nicht der Wirklichkeit entspricht.

Ri: Sich durch die Verinnerlichung von Dan und Sha vom Streben nach zu vielen Gedanken befreien, zu geistiger Freiheit finden und sich auf das Wesentliche im Leben konzentrieren.

Eine Methode für alle, die klar leben wollen und nicht von äußeren Dingen getrieben sein wollen, sondern ihr Leben selbst bestimmen.

Mehr braucht es nicht, als dies konsequent zu beachten. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich das, was in meinem Leben passiert, selbst bestimmen könnte, doch was ich denke, wie ich empfinde und was ich tue, das ist allein meine Entscheidung.

Eines ist sicher: Klar denken kann ich nicht lernen, das kann ich nur tun. Doch das ist vielleicht schwieriger, als ich denken mag. Ich darf nämlich nicht übersehen, dass alles, was ich verwende, eine Extension meines Körpers ist und mich unmittelbar beeinflusst. Ich weiß, dass ich mich mit einem anderen Auto als bisher mit der Zeit auch anders verhalte. Was nichts anderes bedeutet, als dass ich auch anders oder korrekter entsprechend denke.

Nicht nur mein Umgang formt mich, auch die Umgebung wirkt stimulierend auf mich. Positiv wie negativ. Ich kann nun einmal nicht nicht reagieren. Doch die eine, ‚richtige‘ Ordnung, die für alle gilt, gibt es nicht. Das hat mit der Funktionsweise unseres Gehirns zu tun, so der Neurowissenschaftler und Biochemiker Henning Beck: „Wenn Sie in einem Raum sind, legt Ihr Gehirn eine mentale Landkarte Ihrer Umgebung an. Und das passiert mit allem: Wenn Sie einen Text lesen, wenn Sie sich ein Schaubild merken, wenn Sie sich Beziehungen zwischen Menschen verinnerlichen. Immer wird Ihr Gehirn versuchen, Informationen in solchen Karten in Zusammenhang zu setzen, die ich später umso leichter abrufen kann.

Diese mentalen Landkarten sehen bei jedem Menschen anders aus – und das schlägt sich in der Art und Weise nieder, wie ich mein eigenes Umfeld gestalte. Mein Schreibtisch wie mein Rechner folgt meinem inneren Ordnungsprinzip, einer räumlichen Logik, einem inneren Zusammenhang. Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach ‚seiner’ Ordnung, doch was er unter Ordnung versteht, ist damit nicht gesagt. Auch der Messie hat ein Ordnungsprinzip, auch wenn das wohl viele nicht als Ordnung ansehen. Meine Umgebung entspricht – soweit ich darauf Einfluss habe – der neuronalen Vernetzung meines Gehirns.