Klartext

Je älter ich werde, umso mehr liebe ich die Kommunikation, wie sie unter Ostfriesen üblich ist; aber nicht nur, weil ich dort geboren wurde. Die geht etwa so:

„Moin!“
„Moin. Und?“
„Ho. Bei dir?“
„Ho.“
„Tschüss!“
„Tschüss!“

Hier in Franken würde man nicht „Ho“ sondern „passt scho“ sagen. Es ist die Fähigkeit, einen komplexen Sachverhalt mit wenigen Worten auszudrücken. Typisch für Komplexität ist ja, dass man sie nicht definieren, sondern nur den Moment beschreiben kann.

Je mehr man spricht, desto weniger wird man dem Augenblick gerecht. Wie Einstein einmal sagte „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“, wobei er damit die Tradition des scholastischen Prinzips von Wilhelm von Ockhams Rasiermesser fortsetzte.

Darum liebe ich Klartext. Und Emotionen habe ich, doch es ist sinnlos darüber zu streiten, ob mich jemand geärgert hat oder nicht, denn ich ärgere mich, und das ist kein objektiver Sachverhalt, über den man streiten kann.

Deswegen kann man über nichts streiten, nur reden.