Kompatibilität

Die Frage ist: denke ich überhaupt kompatibel zur und mit der Welt? Ein Tier oder eine Pflanze tut das, sie denken im Einklang mit der Welt. Wir Menschen tun das vielfach nicht. Die Frage aber ist, ob auch ich es nicht kann. Da setze ich – weil ich es muss – ganz klar ein Nein.

Mit anderen Worten: wie denke ich kompatibel mit der Welt? Auch wenn ich weiß, dass alle Dinge in der Welt nur Projektionen des Geistes sind, so bedeutet das nicht, dass es egal ist, was und wie ich denke, es ist vielmehr ‚nur‘ der Hinweis darauf, wie ich wieder aus unzutreffendem Denken herauskommen kann.

Wenn ich weiß, wie Selbstorganisation passiert, dann weiß ich aber noch lange nicht, wie ich sie passieren lassen kann beziehungsweise welche Haltung ich einnehmen müsste, damit sie passiert, wenn ich darauf angewiesen bin.

Heilige anzubeten oder heilige Bücher zu verehren hilft mir – und der Welt – nicht wirklich weiter. Sie zeigen allenfalls Wege auf, aber nicht wie ich sie gehen muss. Weiter hilft nur, wenn ich endlich im Einklang denke wie eine Maus, ein Baum oder ein Vogel. All das Wissen über die Strukturen des Lebens sagen mir vielleicht, wie das natürliche Denken strukturiert sein kann, aber nicht, was ich tun muss, um dieses Ziel für mich zu erreichen.

Lieber gehe ich zu einem Arzt, der mich gesund machen soll, als dass ich selbst erkennen würde, was mich gesund sein ließe. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es ein ‚normaler‘ Arzt oder ein TCM-Arzt ist, entscheidend ist, dass ich Hilfe von außen suchen muss.

Ich weiß zwar, dass alles eins ist. Differenzierungen verursachen keine Trennung. Doch das bedeutet eben nicht, dass ich das auch leben könnte. Ich halte immer wieder Vorstellungen für Tatsachen und Tatsachen für Vorstellungen.

Noch durchdringe ich mein Ich-bezogenes Denken nicht, kann es noch nicht auflösen. Aber wie heißt es so schön? ‚Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.