Konsequenz

Konsequent zu sein ist die wirkliche Herausforderung, denn das entscheidet darüber, ob sich etwas bewegt oder nicht. Das habe ich mittlerweile begriffen. Es eine Sache, mir das notwendige Wissen anzueignen, die ganz andere ist es, das auch anzuwenden, also zu leben.

Das Schwierige ist nur, dass ich das nicht unter Kontrolle habe. Es ist wirklich paradox, denn ich habe es in dem Moment unter Kontrolle, in dem ich es nicht zu kontrollieren suche. Etwas anzuwenden bezieht sich ausschließlich auf mich selbst.

Ein Beispiel: Ich fülle den Wasserbehälter für die Kaffeemaschine auf. Halte ihn unter den Wasserhahn und öffne den. Das Wasser fließt, der Behälter füllt sich, wird schwerer und schwerer. Meine Armmuskeln reagieren darauf perfekt, sie verstärken ihre Kraft exakt und halten den Behälter ruhig unter dem Wasserhahn.

Weshalb machen sie das? Weil ich es nicht zu kontrollieren suche, ich kann es ganz einfach. Als ich es noch nicht konnte, musste ich es erst noch lernen. Man hat mir (wahrscheinlich) nur gesagt, ich solle Gefäße ruhig halten, wenn ich sie mit Wasser füllen will und mir das gezeigt.

Wie ich das dann tatsächlich machen konnte, das konnte mir niemand beibringen, das habe ich mir selbst beigebracht. Jemand hat es mir gezeigt und ich habe es nachgemacht. Aber wie, das kann mir niemand erklären, nur das Äußere, aber nicht, was „in mir“ passiert und wie ich das anstelle.

Das kann auch ich nicht sagen, das ist das Geheimnis der Natur. Und die macht das perfekt, wenn ich mich nicht einmische. Bedeutet konsequent zu sein also nur, der Natur die Kontrolle über die Umsetzung meines Wissens zu überlassen und mich selbst mit Anweisungen herauszuhalten?

Genau das bedeutet es: Kontrolle verhindert Konsequenz. Das muss mir klar sein.