Logik

Ist die Basis unseres Verständnisses von Logik unzureichend? Und damit irgendwie auch falsch? Die Frage ist doch, ob es bei ‚Schrödingers Katze‘ um das Gleiche geht wie bei der Logik, die Aristoteles faszinierte. (Also nicht die aristotelische Logik, die interessiert uns, aber nicht ihn.) Er frage sich etwa nach dem Zustand, wenn aus einem Ei ein Küken wird. Seiner Ansicht nach existieren in diesem Zwischenbereich beides, Ei und Küken.

Wenn ich einmal Schrödingers Katzenthema auf mich beziehe, gibt es dann den toten Peter nicht auch schon, wenn ich noch lebe? Und zwar bereits im Moment der Zeugung? Ist es einfach nur Unsinn, Leben und Tod differenziert zu betrachten?

Oder ein anderes Beispiel. Wasser ist eine Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Doch wie wird aus den Eigenschaften von Wasserstoff und Sauerstoff die von H2O, wobei nicht übersehen werden darf, dass dabei auch Wärme noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob mir ein Kilo Eis oder ein Kilo Wassernebel auf den Kopf fällt.

Vorher ist es Wasserstoff, Sauerstoff und Wärme, oder ein Ei oder ein lebendiger Peter, dann ist es Wasser, ein Küken und ein toter Peter. Erinnert mich sehr an das Doppelspaltexperiment. Solange niemand hinschaut und es nicht wissen will, ist es etwas anderes als danach. Eine Wahrscheinlichkeitswelle. Nicht anders ist es, wenn man den Ort eines sich bewegenden Teilchens gleichzeitig mit seiner Geschwindigkeit messen will. Geht einfach nicht. Man kann nur entweder die Geschwindigkeit oder den Ort messen.

Ist nicht alles Leben eine solche Wahrscheinlichkeitswelle, die sich permanent verändert? Ist die Welt letztlich nichts anderes als ein Wahrscheinlichkeitsraum, in dem nichts absolut definiert ist, sondern alles fließend, auch wenn ich es ganz konkret als entweder so oder eben anders erlebe?

Meine Vorstellung ist, dass die Welt oder besser die Wirklichkeit, die wir erleben, in etwa so ist, wie sie ein Avatar erleben würde? Wir lassen unsere Stellvertreter die Wirklichkeit erleben, die wir ‚für sie‘ ausdenken wie gestalten. Diese Avatare sehe ich durch das Bewusstsein verkörpert. Was mir bewusst ist, so gestalte ich eben ‚meine‘ Wirklichkeit, die ‚ich‘ auch erlebe. Auch ich erlebe nur, was ‚mir‘ auch bewusst wird.

Zurück zu der obigen Frage ‚tot oder lebendig oder was ganz anderes‘. Beziehe ich das einmal nur auf Gesundheit und Krankheit, dann werden mir sicher einige zustimmen, dass hier mein Bewusstsein eine große Rolle spielt. Was mir bewusst ist, das tritt auch ein. Wir kennen das von sich selbst erfüllenden Prophezeiungen oder von Spontanremissionen. Aber sind nicht auch die Unfälle, die ich bisher erlebt habe, nicht einfach nur eine Folge mangelnden Bewusstseins meinerseits gewesen? Ich sage ja, so war es!

Also ist die Frage, ob unsere Schwierigkeiten, uns das vorzustellen einfach damit zu tun haben, dass wir uns (noch) keine Wahrscheinlichkeitsräume vorstellen können, in denen die Zeit eben nicht linear ist, sondern mit dem Raum ein flexibles Etwas bildet? Und dass dieser Raum mit all seinen anderen Wahrscheinlichkeiten durch Bewusstsein gestaltet wird?

Eine Situation, die wir uns nur schwer vorstellen können, allenfalls als Sciencefiction. Eine Voraussetzung bleibt: Wir müssen unsere Vorstellung von uns selbst aufgeben. Ich glaube, ich muss mal wieder meine alten Sciencefiction rauskamen und mich davon inspirieren lassen. Vielleicht kann ich dann endlich leichter in Wahrscheinlichkeiten denken.