Logik

‚Logik‘ kann sehr unterschiedlich sein. So benutzen wir oft die sogenannte ‚Aristotelische‘ Logik, um etwas darzulegen. Das ist jedoch eine Logik, die nur für statische, determinierte Dinge taugt, also die Frage, wie herum ich eine Mutter in eine Schraube drehen muss. Links- oder rechtsherum?

Logik selbst ist immer klar und eindeutig, sonst wäre es keine Logik. Was aber sehr unterschiedlich sein kann, da jede logische Überlegung einen Ausgangspunkt hat, etwas, was man als ‚so ist es‘ annimmt und nicht weiter hinterfragt. Was aber nicht unbedingt stimmen muss. Logisch?

Mit dieser Logik beziehungsweise ihrem Ausgangsverständnis kam ich wunderbar durch den Physikunterricht (aber leider nicht durch das Studium) und auch als Jurist war sie für die Fallbearbeitung absolut hilfreich. Das aber hat den ungefragten Namensgeber gar nicht interessiert. Denn sobald ich mich frage, warum ich mich in einer bestimmten Situation so und nicht anders verhalten habe, dann versagt die deterministisch basierte Logik..

Schrödinger versuchte die Logik der Quantenphysik mit seiner berühmten Katze zu hinterfragen. Denn mit der klassischen Logik lassen sich die Phänomene, die es den Physikern zu beobachten gelang, einfach nicht verstehen. Wie soll es auch logisch sein, dass zwei sich widersprechende Zustände – tot oder lebendig – gleichzeitig existieren können?

Oder dass weit von einander existierende Teilchen mit einer „reden“, weil sie verschränkt sind? Und das ohne, dass eine Verbindung miteinander bekannt wäre? Da liegt es schnell auf der Hand, das nicht weiter zu hinterfragen und die übliche Logik einfach nicht zu hinterfragen.

Das Denkens zu organisieren, bedeutet Einheit und Ordnung in unsere Gedankenwelt zu bringen. Ordnung gibt bekanntlich Sicherheit. Die ideale Ordnung ist daher das vollendet Logische. Bedenkt man weiter, dass jede  Erkenntnis auf menschlichen Abstraktionen in Form von begrifflicher Gleichsetzung beruht, wird klar, dass alles streng logische Denken nur auf abstrakte Objekte anwendbar ist.

Sinnliche Erfahrungen hingegen sind primär wortlos. Die Folge ist, dass in dem Moment, in dem wir Empfindungen beschreiben, wir nicht die beschreiben, sondern wir passen unsere Empfindungen den abstrakten Symbolen an.

Logik ist im Grunde ein Zählen und ein Rechnen, doch nur Quantitäten und kontextunabhängige Größen können einem mathematischen Modell unterworfen werden. Logik ist also Rechnung und alles Rechnen lässt sich auf Addition und Subtraktion zurückführen. Unser rationaler Verstand gleicht im Prinzip einer arithmetischen Maschine, die sortiert und vergleicht.

Wo es aber nichts zu addieren oder subtrahieren gibt, hört das Denken auf. Genau davon sprechen Mystiker, der Leere, die nicht Nichts ist. Will ich also die Wirklichkeit erkennen, darf ich dafür keine Logik bemühen; nur den Weg dorthin zur Erkenntnis der Wirklichkeit, denn kann ich logisch umschreiben.

Spreche ich über etwas, dann ist das, was ich beschreibe, immer nur ein Hinweis auf das Eigentliche. Der berühmte Finger, der auf den Mond zeigt, wie man im Zen sagt.

Was wir also brauchen ist die Logik des zeigenden Fingers.