Meditation

Meditation einmal anders betrachtet. Das Leben unterscheidet nicht zwischen Freizeit, Urlaub, Meditation, Arbeit und alltäglichen Verrichtungen. Das sind lediglich Unterscheidungen unseres begrenzten und mit Vorlieben behafteten Geistes.

Ich kann auch während der Arbeit und während alltäglicher Verrichtungen Konzentration und Achtsamkeit üben. In japanischen Zen-Klöstern wird die Zeit der Arbeit Samu (jap. 作務) genannt. Es ist im Zen-buddhistischen Zusammenleben die Bezeichnung für das meditative Arbeiten, das ebenso zum vollkommenen Gewahrsein führt (und nicht nur führen kann) wie die Übung des Zazen.

Ich kann meditativ schreiben, Dinge erledigen, Gespräche führen oder Motorradfahren. Einfach alles. Doch vorher muss ich mir klar darüber sein, was ‚Meditation‘ für mich bedeutet. Meditation ist nur ein Begriff, doch was wir Menschen damit verbinden, kann sehr unterschiedlich sein. Darüber muss ich mir erst einmal klar werden. Was also bedeutet Meditation für mich?

Für mich bedeutet es vor allem, mich im gesellschaftlichen Leben hinter keiner Maske zu verstecken, sondern ehrlich und offen zu sein. Damit fängt es an. Weiter geht es damit, ruhig, konzentriert und auch gelassen zu sein und zu bleiben.

Dem folgt das Weglassen alles Unnötigen, die Reduzierung auf das Wesentliche. Ästhetik und harmonische Gestaltung sind das Nächste. Und noch ein paar andere Dinge, die es zu beachten gilt.

Letztlich ist Meditation die ‚ Inkarnation‘ des Egoistischen aus einer nicht egoistischen Perspektive: Vollkommene Selbsterkenntnis! Um sein zu können, was ich bin, muss ich der sein, der ich bin. Was letztlich dasselbe ist.

Solange ich mich aber nur zu erkennen suche, werde ich es nicht können. Also muss ich leben, was ich bin, indem ich mich auf das Eigentliche konzentriere und allen zivilisatorischen Schnickschnack weglasse.