Naked Presenter

Das ist nicht nur die exzellente Präsentationsmethode von Garr Reynolds, sondern eine Art, wie ich anderen begegnen könnte. Nackt, ganz ohne Maske. Oder sollte ich sagen ganz ohne Maskerade?

Es ist eine berechtigte Frage, wie ich anderen offen und ehrlich begegnen können will, solange ich mich hinter einer Maske verstecke. Geht einfach nicht. Das heißt nicht, einen anderen demaskieren zu wollen oder gar zu sollen, sondern selbst einfach keine mehr zu tragen.

In der Konvention sind uns Masken so selbstverständlich, dass wir sie oft selbst nicht mehr merken. Ja, ich brauche andere, um mir meiner Masken bewusst werden zu können. Die verstecken sich so elegant hinter all dem Urteilen und Bewerten.

Zeige ich mich also eher körperlich nackt als geistig? Selbst Religiosität, Spiritualität oder Konzepte dienten mir lange Zeit als Maske, hinter der ich meine wahre Natur verbergen konnte. Oder wenn ich meine Werte wie ein Schutzschild vor mir hertrug.

Doch dann sind es keine Werte mehr, sondern Legitimationen und Rechtfertigungen für meine Urteile und Bewertungen. Und genau das will ich nicht mehr. In dem Moment, in dem ich nicht mehr urteile und bewerte, werde ich selbst offen für das, was ist – und schotte mich umgekehrt ab, wenn ich bewerte.

Wei gesagt, das will ich nicht mehr.