Neu denken

Die Welt, in der wir leben, ist definitiv keine Fiktion. Doch das bedeutet nicht, dass sie vorgegeben oder klar definiert wäre; etwa im Sinne von Albert Einstein, der gesagt hat, dass Gott nicht würfle. Heute wissen wir, dass Einstein sich da irrte. Es gibt im Universum unbestreitbar Zufall, objektiven Zufall.

Erfreulicherweise wissen wir aber auch, dass der Zufall sich nur unter extremen Umständen ereignet. Aber die Beschäftigung damit bringt einen auf ein anderes Thema, das der Information. Unter Quanteninformation versteht man Information, die nicht mit den Gesetzen der klassischen Informationstheorie beschrieben werden können.

Bei Phänomenen wie Superposition und Verschränkung von Zuständen könnten sie eine zentrale Rolle spielen. Doch das ist unwichtig, wichtig ist zu wissen, dass es diese Zustände tatsächlich gibt und sich zu fragen, was sie im eigenen Leben bedeuten und wo sie auftreten.

Viele meinen ja, dass Quantenphysik nur etwas für Fachleute sei. Doch das ist unzutreffend, denn die Einsicht in die Struktur der Wirklichkeit betrifft jeden Menschen. Auch wenn uns das nicht unbedingt bewusst ist, beeinflußt uns unsere wissenschaftlichen Einsichten in unserem alltäglichen Leben. So basiert unsere Sprache, vor allem aber unser Denken nicht etwa auf philosophischen oder religiösen Erkenntnissen, sondern auf wissenschaftlichem Wissen.

Nur ist das leider immer noch das Wissen der klassischen Physik, nicht jedoch das Wissen der modernen Physik. Und dieses alte Weltbild kommunizieren wir vielfach noch und schaffen damit ‚unsere‘ Wirklichkeit, die aber keineswegs mit der Wirklichkeit identisch sein muss – beziehungsweise ist. Das bedeutet nicht, dass jetzt jeder ausschließlich in ‚seiner’ Realität und ‚seiner’ Wirklichkeit leben würde – was wir ja tun (herrliches Paradox) – sondern, dass wir durch unsere Gedanken Realität wie Wirklichkeit gestalten – und zwar gemeinsam.

jeder lebt in seiner Wirklichkeit wie in seiner Realität. Erst, wenn wir genau das erkennen und akzeptieren, können wir zu einer gemeinsamen Wirklichkeit und einer gemeinsamen Realität finden – indem wir einen ernsthaften Dialog pflegen. Ohne den leben wir jeder in seiner Welt.

Die Quantenphysik hat unter anderem erkannt, dass ‚Beziehung‘ ein ganz wesentliches Element des Geschehenes in der Welt ist, nicht nur zwischen Individuen, sondern überhaupt. Man kann das mit der Erkenntnis über die Auswirkung (?) der Lichtgeschwindigkeit auf Zeit und Raum vergleichen, die ja unser Verständnis vollkommen auf den Kopf gestellt und uns zu neuen Möglichkeiten verholfen hat.

So ist es auch mit ‚Beziehung‘. Die Beziehung zwischen zwei Elementen wie Wasser- und Sauerstoff macht etwas vollkommen anderes daraus. Die bisherigen Eigenschaften des Wasser- und des Sauerstoffs ‚wandeln‘ sich zu etwas vollkommen anderem, ohne (!!) jedoch verloren zu gehen. Ein Glückwunsch dem, der mir erklären kann, wie das funktioniert.

Ich werde ich erst dann wirklich verstehen, wenn ich nicht nur in ‚dafür‘ und ‚dagegen‘, sondern auch etwas ganz anderes, noch nicht Benennbares, denken kann. Und exakt darin liegt das eigentliche Problem, nämlich der Art, wie ich darüber denken können will: Ich will die Dinge benennen können. Dabei weiß ich doch, dass ich im Flow im üblichen Sinn nicht denke kann, da ist kein einziger Gedanke im Kopf. Nichts, was benannt wird.

Will ich also die Welt neu denken und das mir Mögliche realisieren, muss ich wohl oder übel auf ganz neue, andere Art zu denken lernen: Ohne Begriffe!