Neuorientierung

Woran kann ich mich orientieren? Das ist die Frage, die sich mir schon lange gestellt hat. In einem Text der NZZ tauchte diese Frage indirekt wieder auf:

„Sommerferien und Lebensmitte haben etwas gemeinsam: Wir gehen auf Abstand zu den Scheingefechten des Lebens und entdecken andere Inhalte. Soll sich die neue Haltung im Alltag bewähren, ist aber eine bewusste Hinwendung zur Realität nötig.“

Vom temporären Rückzug im Sommer bleibt oft nur die Erinnerung daran, dass es ganz offensichtlich eine andere – und vielleicht auch bessere – Art des Lebens gibt. Doch woran sollte ich mich dann orientieren, um nicht wieder Schiffbruch zu erleiden?

Die Antwort ist einfach, ich halte mich an die Wirklichkeit, so, wie sie tatsächlich ist. Doch wenn ich das tue, habe ich ein Problem. Denn wir wissen heute, dass die Natur (!!) unseren logischen Schlussfolgerungen nicht folgt. Das sogenannte Distributivgesetz gilt ganz einfach nicht; sondern nur, wenn wir mit der Logik des Mechanischen denken.

Ein Phänomen, das man mit der Quantenlogik zu lösen sucht. In der Natur gibt es also Phänomene, die in unserem ‚normalen‘ Verständnis nicht logisch sind. Mir fallen spontan noch mehr Dinge ein, die nicht logisch erklärbar sind. Mit anderen Worten: Um bei meiner Neuorientierung nicht Gefahr zu laufen zu stranden, muss ich mich nach einem anderen Verständnis von Logik halten.

Wenn ich also Schrödingers Katzen-Frage nicht beantworten kann, darf ich mir nicht sicher sein, auf der richtigen Seite zu sein. Ich erleben ja immer wieder Zwiespälte. Möglicherweise basieren die allein auf dem Umstand, dass ich sie einfach mit der unzutreffenden Logik betrachte? Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen. Sicher haben Sie schon einmal diese Grafik gesehen:

Das sind die klassischen Verhaltensstrukturen im Denken vieler. A entspricht nicht der Wirklichkeit, B hingegen schon. Doch wie wirkt es sich aus, wenn A wie B sein können, aber scheinbar nicht gleichzeitig, sondern sich ausschließen? Wenn jemand also sowohl A wie B denkt und absolut entscheidend ist, welche Intention er gerade hat?

Nur was ist, wenn sich für uns A und B gegenseitig ausschließen? Was ist dann? Eine Frage, die mich sehr an die Frage von Schrödinger erinnert, als er sich seine Katzen-Frage ausdachte. Denn beide Zustände sind gleichermaßen existent. Gibt es, ähnlich wie bei dem quantenphysikalischen Welle-Teilchen-Phänomen, ein für uns logisch (noch) nicht fassbaren weiteren Zustand? Nur wie bekomme ich die unter einen Hut?

Das ist wohl die Frage, die es zu lösen gilt, denn nur dann finde ich eine Lösung für das A und gleichermaßen B Dilemma. Kann ein Mensch tatsächlich beides gleichzeitig sein, obwohl das nach unserer gewohnten Logik nicht geht, aber eben mit der Quantenlogik?

Wenn das so wäre, dann würde das bedeuten, dass es ganz wesentlich auf das ankommt, was ich beabsichtige. Denn es wäre nach der Quantenlogik denkbar, dass wir erst einmal nicht festgelegt sind, sondern die Wahl haben – A oder B. Es kommt also nicht auf ‚die Umstände‘ an, sondern auf unsere klaren Entscheidungen.

Denn wir selbst entscheiden, wo unsere Reise hingeht.

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Allgemein