Orientierung

Was gibt meinem Leben Orientierung? Diese wichtige Frage kann ich beantworten, wenn ich die Zusammenhänge nicht nur weiß, sondern auch nutze. Das ist wie beim Motorradfahren. Erst muss ich den Kammschen Kreis verstanden haben, dann kann ich mich danach richten – und so besser Motorrad fahren.

Exakt so ist es auch bei mir selbst. Wenn ich weiß, wie „mein“ System sich organisiert, dann kann ich es wesentlich effektiver und effizienter nutzen. Es beginnt damit, dass ich mir klar mache, dass ich ein System bin und eben nicht neben mir stehe und mir Befehle geben könnte. Das funktioniert nicht.

Was aber funktioniert, das ist die Regeln anzuerkennen, denn das macht mich frei. Mit „Regeln“ sind nicht die gesellschaftlichen Regeln gemeint, sondern die des Konstruktivismus. Was mich direkt zu der Erkenntnis des neurobiologischen Konstruktivismus bringt. Konstruktivismus gibt es nicht nur auf der gedanklich-mentalen Ebene, sondern auch auf der körperlichen.

Durch die Forschung auf dem Gebiet der Epigenetik wissen wir heute, dass Gene nicht unser Schicksal sind, sondern wir sie teilweise regelrecht an- oder abschalten können. Wir haben es in der Hand wie wir sind, wenn uns bewusst ist, wie wir leben.

Ein ethisches Leben zu führen setzt voraus, dass ich auch tatsächlich so lebe, genauso wie es gedankliche Klarheit ohne eine Entsprechung im Außen nicht gibt. Neben dem sprachlichen ist auch das Wissen und die Berücksichtigung des neurobiologischen Konstruktivismus von elementarer Bedeutung.

Im Verständnis des Konstruktivismus gestalte ich die Form, die mich sein lässt, wie ich bin.