Paradigmenwechsel

Viele Lebewesen ahnen, wenn ihnen Schlimmes droht. Das beschreibt Gerhard Mersmann in seinem Artikel Das Quieken der Schweine“ sehr treffend. Das aktuelle Verhalten vieler Menschen könnte man ernsthaft so interpretieren, doch ich denke, es ist etwas anders.

Nur war es nie wirklich anders, jedenfalls nicht, seit der Mensch angefangen hat, Besitz anzuhäufen; nur dass früher die Konditionierung besser funktionierte. Die verhinderte recht gut, dass Konflikte permanent offen ausbrauchen. Und man schuf sich Feindbilder, an denen die Menschen ihre Wut und ihren Frust ausleben konnten – statt einfach einmal in den Spiegel zu schauen und zu merken, dass sie keinen Deut besser sind als die, die sie meinen gerechtfertigt zu verurteilen.

Die Schwierigkeit scheint zu sein, dass wir zwar das Problem und den anzustrebenden Zustand sehen, nicht aber den Weg vom Start zum Ziel. Für mich ist das die Erklärung dafür, dass wie eher apokalyptische Schreckensszenarien ausmalen, statt dass wir einfach einmal ganz konkret das tun würden, was zu tun ist.

Genau darin liegt die Herausforderung, denn „zu tun, was zu tun ist“ bedeutet erst einmal überhaupt zu akzeptieren, dass wir vielfach nicht wissen, wie die Wirklichkeit tatsächlich ist. Wir vertrauen auf das, was wir sehen, ignorieren jedoch vielfach, was sozusagen darunter liegt.

Obwohl, „eigentlich“ könnten wir es ja wissen. Wir bräuchten nur zu registrieren, was die Quantenphysiker bereits erkannt haben – und begreifen, dass das auch auf uns wie auf alles andere zutrifft. Schließlich spielen wir keine wie auch immer geartete Sonderrolle im Universum, die bilden wir uns nur ein. Haben wir das also einmal akzeptiert, brauchen wir es nur noch philosophisch umzusetzen – also zu denken.

Leider ist das, was die Quantenphysik erkannt hat, nur sehr, sehr schwer vorstellbar. Genau genommen können wir es uns überhaupt nicht vorstellen, aber, wie gesagt, wir können es denken. Und das sollten wir auch endlich tun. Also bevor wir fragen, was zu tun ist das Hirn aktivieren. Und wenn wir das noch nicht drauf haben, dann müssen wir das eben erst einmal klar bekommen.

Solange wir nicht wussten, wie Vögel in den Süden kamen, blendeten wir diese Frage einfach aus. Heute wissen wir das, sie nutzen quantenmechanische Phänomene. Wir dürfen nur nicht dem Irrtum verfallen zu glauben, Quantenmechanik beziehe sich nur auf technische Fragen. Weit gefehlt! Mit anderen Worten: Auch wir „können“ Quantenmechanik – und nutzen sie auch! Nur ist uns das in der Regel überhaupt nicht bewusst.

Sobald wir jedoch über etwas nachdenken, stehen wir solchen Prozessen im Weg. Das bedeutet, dass wir etwas zur Königsdisziplin gemacht haben, also das Nachdenken, was jedoch eine ganz andere Funktion hat. Richtiger wäre es wohl, dem Nachdenken eine Lakaienfunktion zuzugestehen. Jedenfalls keine Entscheidungsfunktion!

Genau damit blockieren wir uns. Wir denken über Lösungen nach, statt uns ins Bett zu legen und während des Schlafes unsere Intuition zu bemühen. Die ist nämlich für Neues zuständig und niemand sonst.