Rėunion

Meine Aufgabe ist es, mystisches Empfinden wie Erfahrung und pragmatisches Denken wieder zusammen zu führen.

Auf den ersten Blick scheint das schwierig zu sein, gleichermaßen und auch noch gleichzeitig mystisch wie pragmatisch zu denken.

Vielleicht scheint das ja nur so zu sein, einfach, weil ich es nicht gewohnt bin. Vielleicht sollte ich mich da an Meister Eckhardt orientieren. Er war nicht nur Mystiker, sondern auch Philosoph und Psychologe im Verständnis seiner Zeit. Was mich sicher von ihm unterscheidet, das ist die Verwendung des Gottesbegriffs.

Das, was für mich den Kosmos ausmacht, das ist das, was ich sehe und erlebe. Ob er auch so zu verstehen ist, kann ich nicht sagen. Entscheidend ist was ich tun muss, um „wahre Aussagen über die Wirklichkeit zu bekommen“. Da hilft mir der Falsifikationismus weiter. Er strebt danach zu hinterfragen, einer Falsifizierung von Hypothesen, statt nach dem Suchen nach Beweisen.

Es geht um logischen Empirismus. Nur der gibt mir die Sicherheit, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren und mich nicht gedanklich zu verspekulieren. Also suche ich meine Annahmen nicht zu bestätigen, sondern zu widerlegen. So komme ich wesentlich schneller zum Ziel.

Das Versprechen der Aufklärung, dass wir am Ende alles über Die Welt und uns selbst herausfinden können, hat sich ja mittlerweile als Illusion herausgestellt. Die Welt (und ich) ist nun einmal ein komplexes System, und die sind eben nicht berechenbar. Allenfalls kann man den Ereignissen rückblickend Ursachen zuordnen, doch ob das wirklich alle sind, das weiß niemand.

Komplexität ist das Stichwort. Die zu verstehen und in Gedanken anzuwenden ist die Brücke zwischen Mystik und logischem Empirismus.