Selbsterkenntnis

Selbsterkenntnis hat viele Gesichter. Für mich ist die beste Selbsterkenntnis die, die mir meine Denken bewusst macht, einfach dadurch, dass ich meine Gedanken bewusst wahrnehme.

Etwa, wenn mir der Herr Maier begegnet und ich merke, dass ich ‚blöder Kerl‘ denke, oder wenn ein Ferrari an mir vorbeifährt und ich entweder ‚Potenzverstärker‘ oder ‚tolles Auto‘ denke oder mit welchem Zusatz, ob ich es etwa blöd finde, ein solches Teil zu fahren oder aber selbst gerne eines hätte.

Hinter solchen Gedanken kann ich die mentalen Programme erkennen, die ich gerade am laufen habe. Auf Neudeutsch nennt man das ‚Frames‘. Das Gute an solchen Programmen ist, dass ich sie mit Konsequenz und Geduld beenden und stattdessen andere und vielleicht bessere laufen lassen kann.

Ganz einfach dadurch, dass ich sie kommentarlos wahrnehme. Ich darf wirklich nicht meinen Senf dazu geben, denn dann werden solche Programme nicht ab-, sondern paradoxerweise aufgebaut und mächtiger. Einfach nur wahrnehmen, das genügt.

Dann bewegt sich mein Geist im Feld des NichtDenkens. Kommentiere ich, bewege ich mich im Feld des Denkens. Und schon habe ich ein Problem, denn es ist ja gerade, dass ich dieses Feld des Denkens verlassen möchte.

Sobald ich etwas bewerte oder urteile, während ich es wahrnehme, habe ich ernsthafte Schwierigkeiten, denn solange bewege ich mich im Gedankengefängnis meiner Emotionen. Und das ist etwas vollkommen anderes als Empfindungen.

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