Selbstorganisation

Ein Begriff, den zwei Wissenschaften im Visier haben: Systemlehre und Quantenphysik. Das erstaunt nicht so sehr, wenn man das einmal historisch betrachtet, schließlich haben beide Professionen ihre Gedanken dazu ziemlich zeitgleich entwickelt.

Und vergleicht man diese Gedanken, dann merkt man schnell, dass sie das Selbe ausdrücken, wenn sie auch einen anderen Bezugspunkt haben. Den einen geht es um Materie, den anderen um Menschen und Gesellschaften.

Wenn man zu verstehen beginnt, dass beide, die Systemlehre wie die Quantenphysik, über das Selbe sprechen, nur eben aus unterschiedlichen Perspektiven, dann wird einem auch manches verständlich, was uns oft so mystisch erscheint. Die Welt ist einfach anders, als wir bisher vielfach glaubten.

Etwa Tiere, die sich oder uns Menschen ‚eigentlich‘ spinnefeind sein müssten, es aber nicht sind. Wie auf den Videos von Gregory Colbert gut zu sehen ist. Die Frage ist, weshalb wir das zwar wissen, aber scheinbar (oder ganz offensichtlich?) ignorieren.

Gerade bin ich wieder einmal darüber gestolpert und merke, wie schwer es mir fällt, diese Art des Denkens in mein Leben zu integrieren. Letztlich habe ich es ausgeblendet. Nur weshalb? Eigentlich leicht zu beantworten. Weil es so schwer ist zu verstehen, was da geschieht. Es passte einfach nicht in mein Denken.

Doch warum ist das so? Auch mein Denken ist ein System. Und das unterliegt wie alles andere auch dem Prinzip der Selbstorganisation. Mit anderen Worten, ein Element davon war noch nicht bereit dies anzunehmen, stand noch dagegen. Die Beziehungen in meinem Denken waren offensichtlich gestört, nicht in Harmonie.

Wie heißt es doch bei Fritz Simon und Arnold Retzer: „Gegenstand der Analyse bei systemischen Ansätze sind ‚Wechselbeziehungen miteinander interagierender Objekte, die gemeinsam eine zusammengesetzte übergeordnete Einheit – ein System – bilden’ und nicht mehr die ‚Eigenschaften isolierter Objekte‘.

Vielleicht lag und liegt es daran, dass ich damit etwas erreichen und es nicht einfach geschehen lassen wollte und vielleicht auch noch nicht will. Noch zu viel Ego dahinter. Das ist ja die Crux mit Selbstorganisation, man kann sie nicht wollen, sie passiert, wenn alle beteiligten Elemente dazu bereit sind und sich niemand sonst einmischt.

Will ich für mich Selbstorganisation, dann hilft mir die wissenschaftliche Schiene, also über Quantenphysik, wohl mehr als der mystische Weg. Quantenphysik ‚zwingt‘ mich, wirklich die Dinge so zu sehen, wie sie sind und mich nicht in meinem eigenen mystischen Ansichten zu sonnen.

Selbstorganisation ‚passiert‘, wenn sich Dinge wie von selbst zusammenfügen, ohne dass von einem anderen etwas getan werden müsste. Es passiert ‚einfach‘. Ich kann es also nicht wollen und nicht willentlich herbeiführen. Selbstorganisation ereignet sich, wenn sich, wie gesagt, alles von selbst zusammenfügt.

Eine gewaltige Herausforderung für mich, die ‚Füße still zu halten‘. Obwohl, nicht die Füße, sondern das Denken und Wollen. Ich weiß zwar, dass es Selbstorganisation gibt, doch ich weiß nicht, was sie ‚macht‘ und auch nicht, wie sie ‚funktioniert‘.

Und doch bin ich selbst es, in dem Selbstorganisation passiert – wenn ich sie nicht durch mein Denken und Wollen verhindere.

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