Sich einlassen

Sich einzulassen ist keine Kunst; es ist eine Entscheidung. Die werde ich jedoch nur dann treffen, wenn ich mich auf das Einlassen einlasse. Verlange ich vorher einen Beweis für seine Wirksamkeit, werde ich den nicht bekommen können, denn es ist eine Erfahrung. Und Erfahrungen muss ich eben selbst machen.

Es gibt ja Menschen, die wollen für alles erst einmal Beweise. Ich kenne mich da mit sehr gut aus, denn ich war auch einmal so. Aufgegeben habe ich das erst, als ich begriffen hatte, dass ich keine bewusste Kontrolle über irgendetwas habe, denn Kontrolle läuft auf einer nicht-bewussten Ebene ab. Wissen wir ja, seit es die Untersuchungen von Benjamin Libet gibt. Und daran hat sich nichts geändert.

Eigentlich sollten wir schon lange unser bisheriges Verständnis von ‚bewusst‘ und ‚unbewusst‘ entsorgt haben. Wir wissen ja auch, dass Phänomene wie Selbstorganisation auf der absolut bewussten Ebene ablaufen, nur sind uns die ebne nicht bewusst. Ich sage immer, wer schon einmal einen Flow erlebt hat, der weiß das. Motorradfahrer beispielsweise.

Solange ich mich also nicht einlassen kann, mit anderen Worten, solange ich mich nicht in die Welt des scheinbar (!) Unbewussten sinken lassen kann oder will, solange ich die Kontrolle über mein Leben haben will, solange wird genau das passieren, was ich ‚eigentlich‘ nicht will, denn dann (!) verliere ich die Kontrolle und meine Handlungsmöglichkeiten.

Das hängt wieder mit dem üblichen Verständnis von bewusst und unbewusst zusammen. Wenn mir etwas ‚bewusst‘ ist, handelt es sich um explizites Wissen, doch ist es unbewusst, dann handelt es sich um implizites Wissen, und nur das kann ich auch anwenden! Ich muss nur lernen, zwischen unbewusst und nicht wissen zu unterscheiden.