Sicherheit

Sicherheit ist der Grund für das Beharren vieler Menschen auf ihren Ansichten. Leider auch dann, wenn sie sich als falsch herausgestellt haben. Unsere Ansichten sind für viele das Skelett ihres Denkens, es hält sie aufrecht und macht sie beweglich. Da ist es verständlich, dass das niemand ohne zwingenden Grund, um nicht zu sagen Druck diesen inneren Halt aufgibt; jedenfalls so lange, bis sich ein neues Gerüst gebildet hat, das ihnen Sicherheit vermittelt.

Doch vielleicht ist das Bild, Ansichten mit der Funktion eines Skeletts gleichzusetzen, schlicht und einfach falsch? Ich finde, es lohnt sich, diesem Gedanken einmal nachzugehen. Es geht also um Sicherheit, ganz klar. Doch was gibt mir diese Sicherheit? Muss das unbedingt ein skelettähnliches System sein, das selbst starr und unflexibel und nur durch seine Gelenke beweglich ist? Also in seiner äußeren Gestalt und auch seinen Möglichkeiten klar definiert, aber eben auch begrenzt?

Andererseits ist es logisch, so zu denken, nämlich dann, wenn man von einem mechanischen Weltbild ausgeht. Dann ist ein solches Weltbild absolut logisch und konsequent. Etwas anderes würde einfach nicht dazu passen. Das bedeutet, dass man erst einmal das Interesse an einem anderen Weltbild wecken muss, bevor man mit Argumentieren überhaupt beginnen kann.

Anton Zeilinger beispielsweise hat die Forschung um die Quantenphänomene begonnen, einfach weil es als rein philosophische Frage interessant ist zu wissen, ob Schrödingers Katze jetzt lebendig oder tot oder beides gleichzeitig ist.  Schrödingers Katze ist ein Gedankenexperiment von Erwin Schrödinger, der obwohl er selbst einen wesentlichen Teil zur Quantentheorie beigetragen hat, diese immer wieder kritisierte.

Obwohl, er kritisierte die Quantenmechanik wohl nicht, sondern wollte nur dem ungelösten Problem näher kommen. Mit diesem hypothetischen Versuch stellte er die Übertragung quantenmechanischer Begriffe auf die makroskopische Welt als Paradoxon dar. Was es erst einmal für uns ist. Das ist aber nicht nur interessant, wie Schrödinger sagt, sondern elementar. Denn wie ist meine Wirklichkeit, wenn sie ganz anders ist als das, was ich erlebe?

Früher hat man einfach gesagt, dass Quantenphänomene nicht auf mikroskopische Objekte übertragen werden kann. Mittlerweile ist es aber gelungen, das zu widerlegen. Wenn also Beobachtung Wirklichkeit schaffen kann, wie ist dann die Welt? Und was bedeutet das für mich? Dass es keine Relevanz für mich hat, kann ich aus der Erfahrung heraus ausschließen, die mit der Quantenmechanik bisher gemacht wurde. Die nächste Frage ist dann, wie setze ich das um?

So weiß ich etwa, dass ‚Selbstorganisation’ ein solches Quantenphänomen ist. Zeit wäre es, es auch nutzen zu können. Auch die Bedingungen dafür sind mittlerweile klar, nämlich denken durch NichtDenken. Wie also schalte ich sozusagen das ständige Überlegen und Nachdenken ab?

Das ist die Frage, auf die ich eine Lösung finden will.