… und Gott würfelt doch!

Was tun, wenn uns etwas nicht passt? Die meisten machen es wie Einstein: Sie sind erst einmal dagegen, wenn ihre eigene Überzeugung in Frage gestellt wird. Einstein drückte mit der Behauptung, dass Gott nicht würfle, seine feste Überzeugung daran aus, dass es keinen Zufall gibt. Es passte einfach nicht in sein Weltbild. Doch er irrte.

Und genau deswegen sollten wir uns Einstein als Vorbild nehmen, denn auch wir können schlicht und einfach falsch liegen mit dem, wovon wir überzeugt sind und uns – wie Einstein – intensiv mit dem auseinanderzusetzen, was wir nicht glauben. Letztlich kommt man nur dadurch weiter, indem man die eigenen Überzeugungen immer wieder aufs Neue hinterfragt und überprüft.

Bei der Beschäftigung mit Quantenphysik geht es mir nicht darum, was die Physiker so denken, sondern darum, wie die Welt ist . Wenn wir uns über die Welt falsche Vorstellungen machen oder wenn wir falsche Vorstellungen vermittelt bekommen, werden wir kaum das Richtige tun können.

Dabei ist die Abneigung gegen ein tieferes Verständnis der Quantentheorie gut nachvollziehbar, erschließt sie sich uns doch allein mit unseren Sinnen nicht. Das unter Physikern oft zu hörende „Shut up and calculate“ ist jedoch kontraproduktiv, wenn sich grundlegende Probleme abzeichnen – und davon gibt es aktuell eine Menge.

Hält man jedoch an „seinen“ Irrtümern fest, dann merkt man eben nicht, dass es schon seit geraumer Zeit Menschen gab, die hintern den Vorhang der reduzierten Wahrnehmung schauten, hinter dem sich die Wirklichkeit zu verbergen scheint. Mittlerweile, als seit über einem Jahrhundert, sagt die neue Physik genau das selbe.

Zeit, das endlich zu akzeptieren und entsprechend zu denken. Das Handeln kommt danach. Solange man jedoch glaubt, dass alles voneinander getrennt sei und das als die allein zutreffende Beschreibung des Lebens versteht, ist der „Kampf ums Dasein“ die einzige mögliche Schlussfolgerung. Leider ist genau das das Problem, das wir erkennen müssten.

Weiß man jedoch, dass selbst in der unbelebten Natur die Beziehungen genauso wichtig und grundlegend ist, wie es auch das Getrenntsein ist, dann hört man nicht nur auf, allein dem Scheinbaren zu glauben, sondern erfasst das Wesen der Dinge. Dann hören wir auf, die Dinge zu simplifizieren zu wollen. Für banale Situationen mag das angehen, aber nicht, wenn es um grundsätzliche Themen und Fragen geht. 

Also geben wir unsere falschen Vorstellungen von der Wirklichkeit auf und entwickeln richtige Vorstellungen. Nur ist das gar nicht so einfach, denn es gibt viele Begriffe wie Wissen, Bewusstsein oder Intelligenz, die ganz offensichtlich von unzutreffenden Annahmen ausgehen. Doch wir dürfen jetzt nicht einfach darum bitten, uns das zu erklären, sondern wir müssen bereit sein, es selbst zu hinterfragen und zu begreifen.

Wenn mir jemand etwas erklärt, bedeutet das noch lange nicht, dass ich es auch begriffen hätte. „Selbst denken“ ist da das Einzige, was hilft. So kann ich etwa verstehen, dass in der Quantenphysik unter „Information“ etwas ganz anderes zu verstehen ist, als wir es gemein hin tun. Wie gesagt, verstehen kann ich das, doch begriffen habe ich das damit noch lange nicht.

Dazu muss ich es tatsächlich denken können. Und zwar eigenständig!