Was ist wirklich?

Wirklichkeit ist ein vielschichtiges Phänomen. Es kommt ganz entschieden auf die gedankliche Perspektive an, die man gerade einnimmt.

Da ist erst einmal die Wirklichkeit, wie sie ist. Also nicht wie ich oder jemand anderes sie wahrnimmt, sondern wie wissenschaftliche Experimente sie beschreiben. So wie etwa den Doppelspaltversuch, den man zwar verstehen, aber nicht unbedingt begreifen und sich erst recht nicht vorstellen kann.

Darüber kann man sich selbstverständlich austauschen, nur man darf nicht meinen, dass das auch die Wirklichkeit wäre, die man wahrnehmen kann.

Auf der Grundlage der Würdigung dieser vor allem wissenschaftlichen Erkenntnisse kann ich mein Weltbild auf einer geistig-spirituellen Ebene erkennend entwickeln. Doch das bedeutet nicht, dass ich das dann auch unmittelbar mit meinen Sinnen wahrnehmen könnte. Ich kann es nur denken, aber ohne darüber nachzudenken.

Diese Erkenntnis der Wirklichkeit kann ich weiter ‚ausbauen‘, je besser ich mich darauf einlassen kann. Ein anderer würde vielleicht sagen, je besser (oder tiefer) ich darüber meditieren kann.

Doch damit bin ich noch lange nicht in ‚der‘ Wirklichkeit angekommen. Wirklichkeit ist immer (auch?) das, was jeder für sich erlebt. Wahrnehmen kann ich unter Umständen das identische, jedoch erleben tut jeder etwas Eigenes.

Es geht also darum, das erkannte Weltbild mit der unmittelbaren Wahrnehmung der Dinge mit dem eigenen Denken im Erleben zu verknüpfen. Es ist wichtig, dabei sehr genau zu differenzieren. Über wissenschaftliche Erkenntnisse kann ich ganz selbstverständlich reden, nicht aber über die Wirklichkeit, die jeder für sich erlebt.

Wirklichkeit hat einen gemeinsamen, intersubjektiven Aspekt, sowie einen persönlichen, subjektiven Aspekt. Solange diese Unterschiede nicht klar sind, können wir nur ein sehr verworrenes Verständnis von ‚Wirklichkeit‘ haben.