Wer sind wir?

Bonobos oder Schimpansen? Weder noch. Wir sind ganz klar Menschen, auch wenn wir mit den Affen verwandt sind. Doch eins können wir, und das ist von ihnen lernen. Obwohl Schimpansen und Bonobos sozusagen Geschwister sind, unterscheiden sie sich doch sehr in ihrem Sozialverhalten.

Während Schimpansen sich untereinander recht gewalttätig verhalten und Neid, Missgunst wie Gewalt ‚ganz normal‘ für sie ist und fremde Affen auch getötet werden, herrscht bei den Bonobos meist eine ‚love & peace‘ Haltung wie früher bei den Hippies.

Auch hier gibt es Auseinandersetzungen und Konflikte, doch die werden wesentlich friedfertiger geregelt. Doch warum ist das so? Die Bonobos wie auch die Hippies greifen auf ein anderes ‚Warenangebot‘ zurück, die einen, weil sie es so vorfinden, die anderen, weil sie es anders machen wollten als die Elterngeneration.

Tatsächlich konkurrieren Bonobos auch in freier Wildbahn weniger stark um Futter und Bonobo-Weibchen gehen häufig gemeinsam auf Nahrungssuche, während Schimpansen-Weibchen oft allein unterwegs sind. Ganz abgesehen davon, dass bei Bonobos die weiblichen Mitglieder wesentlich mehr zu sagen haben als bei den Schimpansen.

Etwas ganz ähnliches findet sich übrigens auch bei den Menschen. Als die noch als Nomaden lebten, war das Verhältnis zwischen Frauen und Männern ziemlich ausgewogen. Erst als sie bedingt durch klimatische Veränderungen zu Ackerbau und Viehzucht übergingen und in der Folge auch Besitz und Eigentum erwarben, änderte sich das.

Besitz und Eigentum mussten natürlich gegen den neidischen und gierigen Nachbarn verteidigt werden. Das war Sache der körperlich stärkeren Männer – und die Frauen wurden in der Folge auf den Hof, die Küche und das Kinderkriegen reduziert.

Bei den Bonobos hat das Nahrungsangebot einen wesentlichen Einfluss auf das Sozialverhalten – wie bei den Menschen auch. Nur ist es beim Menschen nicht mehr das Nahrungsangebot als solches, sondern Besitz und Wirtschaft. Es war der Wechsel von dem Leben als Nomaden zu dem der Ackerbauern, was einen grundlegenden Wechsel im Sozialverhalten mit sich brachte.

Neid und Missgunst ist seither der Grund für Raub, Gewalt und Mord. Und das ist auch heute noch so. Nur weil das ‚menschlich‘ ist, bedeutet das keinesfalls, dass das so bleiben muss. Es ist nur notwendig anders zu leben, um unsere Gesellschaft auf eine andere, friedfertige Basis zu stellen.

Also setzten wir uns endlich zusammen und klären, wie wir miteinander leben wollen.