Wie?

Warum tue ich, was ich tue? Das ist die Frage, die mich immer wieder beschäftigt hat. Doch es war eher die Frage nach dem „Warum?“, denn die Frage nach dem „Wie?“

Dabei ist die Frage nach dem „Wie?“ entscheidend. Was natürlich auch bedeutet, dass ich mir überhaupt erst einmal bewusst sein muss, wie ich tatsächlich denke und handle. Ich brauche also Propriozeption des Denkens.

Das setzt zum einen grundlegendes Wissen darüber voraus, nach welchen Regeln ich mich organisiere. Weiß ich die nicht, funktioniere ich nur. Organisation setzt das Wissen um die Organisationsstruktur und dann die Energie für die Umsetzung voraus. Das wiederum verlangt Bewusstheit. Klingt einfach, ist es wohl aber nicht, denn es verlangt, mich aus den gewohnten Denkstrukturen zu lösen.

Doch was bedeutet „Propriozeption des Denkens“? Das bedeutet, dass ich mir bewusst bin, wo ich gerade gedanklich und emotional unterwegs bin, was aber nicht bedeutet, es „zu wissen“, sondern mir dessen „nur“ bewusst zu sein und eben nicht willentlich einzugreifen oder gar etwas unter Kontrolle bekommen zu suchen.

Es geht also um implizites Wissen. Es ist wie bei dem Doppelpendel. Ich weiß oft nicht, wie es sich im nächsten Moment bewegen wird. Eine letztlich nicht determinierte Bewegung. Komplex wie das Leben auch. Das rote Pendel beschreibt die Oberfläche, das Wahrnehmbare, das blaue hingegen das, was geschehen kann.

Lasse ich mich auf Komplexität ein, kann mich die blaue Pendelbewegung nicht überraschen, weil ich sie nicht erwartet und sie auch nicht zu planen versucht habe, und genau deswegen kann ich unmittelbar auf sie eingehen.