Wirklichkeit

Was ist eigentlich wirklich? Ich erlebe Raum wie Zeit linear mit Meterstab und Uhr messbar, jedoch nur deshalb, weil ich mich nicht wirklich schnell bewegen kann. Anders ist es bei einem Photon, das kann sich so schnell bewegen, dass Raum und Zeit sich verbiegen. Könnte ich mich also rasend schnell bewegen, lebte ich in einem flexiblem Raum-Zeit-Gefüge mit einer weiteren Dimension, der Zeit.

Ich forme demnach meine Welt durch meine Geschwindigkeit. In meiner ‚realen‘ Welt merke ich das nicht, weil ich einfach zu langsam bin. Doch wie ist es in meinem Denken? Forme ich meine (Gedanken-) Welt durch die Geschwindigkeit meines Denkens? Und damit auch die Welt meines Erlebens?

Wovon kann ich überhaupt ausgehen?

Es beginnt mit einem gewaltigen Bruch. Ich muss meine Welt vollkommen auf den Kopf stellen. Wovon ich bisher ausging und wohl vielfach noch immer ausgehe,sozusagen die Bausteine meiner Welt, sind es nicht. Nur eine Illusion. Meine Sicht der Wirklichkeit basierte darauf, was ich erlebte. Nur das ist nicht so.

Was ich erlebe, ist nicht die Wirklichkeit!

Mit dieser Feststellung, die in der Quantenphysik mittlerweile unbestritten ist, beginnt es. Bisher folgte darauf, jedenfalls bei mir, sofort die Frage, was denn dann die Wirklichkeit sei. Die Vorstellung, das alles letztlich Geist ist, ist zwar korrekt, aber (für mich) bisher offensichtlich nicht hilfreich.

Noch immer klebe ich regelrecht an meinem Erleben, kann mich nicht wirklich davon lösen, schaue nicht dahinter. Und wenn ich es tue, dann gedanklich, aber nicht spontan. Mit anderen Worten: Ich habe mich noch nicht wirklich darauf einlassen können. Noch immer suche ich nach einer Erklärung, eine Erklärung, die ich vielleicht gar nicht bräuchte.

Das weiß ich aus meinem Erleben mit dem Motorrad. Da mache ich mittlerweile vieles, was ich nicht erklären kann, ich mache es einfach. Das Dumme ist nur, dass mich das Motorradfahren regelrecht in einen Flow ‚zwingt‘, wenn ich nicht wie ein lahmer Erpel durch die Gegend tuckern will. Und genau diesen Zwang habe ich im ‚normalen‘ Leben nicht.

Beginnt die Änderung meiner Denkstrukturen – und darum geht es ja – also damit, mich auf die Wirklichkeit einzulassen, jedoch ohne sie verstehen und ohne ihr einen Sinn geben zu wollen? Ist es das Bedürfnis ‚verstehen zu wollen‘, das mir mein Wirklichkeitsgenick immer wieder bricht? Oder ist es etwas anderes?

Was hindert mich daran, mich ganz in den Geist zu versenken?