Wirklichkeit

Was ich sehe, darf ich nicht für etwas halten, was es nicht ist. Die Erscheinungen, die ich wahrnehme, sind unter Umständen nicht das, was ich meine, wahrzunehmen. Meist ‚sehe’ ich meine Gedanken über etwas, aber nicht das, was ist.

Die Frage ist, ob die Rose oder der Stein, die ich sehe, vor allem aber, ob Lebewesen, die mir begegnen, eine intrinsische Wirklichkeit besitzen. Das wird mit dem Gedanken zum Ausdruck gebracht, dass es zwar Handlungen, aber keinen Handelnden gibt.

Im Alltag gehe ich zwar von dem nominalen Status von ‚Dingen‘ aus, doch nicht von ihrer Verdinglichung. Die Quantenphysik hat nachweisen können, dass Materieteilchen keine wesenhafte Existenz haben. Sie erscheinen und verschwinden wieder. Daran ändert sich nichts, wenn ich aufgrund der Nützlichkeit solcher Konzepte von ihrer relativen Existenz ausgehe.

Die Schwierigkeit ist, das angesichts der Tatsache zu verstehen, dass meine Wohnung wie am Tag davor zu sein scheint. Bei Pflanzen, Tieren und Menschen nehme ich den Prozess des Seins eher war, nur ist das oft schwer, es auch immer zu denken, sehe ich doch am Morgen meist aus wie am Morgen davor. Ich denke dann schnell, den anderen zu kennen, doch eigentlich kann ich das nicht, ich muss im stets ohne Erinnerung daran begegnen, wie er früher war.

Daraus folgt wiederum, dass ich zwar sagen kann, dass ich etwas erlebe oder empfinde, doch das bedeutet nicht, dass es auch so wäre. Das steckt in dem Gedanken, dass es zwar den Erfahrenden gibt, aber keine Erfahrung. Ich kann demnach darüber reden, wie ich etwas sehe, doch nicht darüber, dass es auch so ist.

Folglich hat alles, was ich wahrnehme, nur eine nominale, aber keine intrinsische Existenz. Nichts ist eine absolute Wirklichkeit, sondern nur die Momentaufnahme eines Prozesses; eben nur sich zusammenfügende Teile, in Wandlung begriffen.