Wissen

Was weiß ich eigentlich? Eine gute Frage, die eigentlich leicht zu beantworten ist. Wenn ich erklären könnte, wie mein Gehirn denkt oder wie meine Verdauung funktioniert, wie ich meine Glieder bewege und was mich Schmerz empfinden lässt, dann wüsste ich verdammt viel.

Nur weiß ich das tatsächlich nicht, nur sehr grob ansatzweise. Genauso wenig wie ich weiß, wie das Leben auf die Erde kam; ja, ich weiß nicht einmal, wie die Erde innen drin aussieht. Ich weiß im Grunde genommen verdammt wenig.

Aber weiß ich wirklich wenig? Denn schließlich lebe ich ja, kann also alles, was es dazu braucht, ‚weiß’, wie ich meine Knochen zusammen wachsen lassen könnte, sollten sie doch mal zu Bruch gehen. Und ich weiß auch, wie ich meine Finger bewegen muss, um diesen Text einzugeben, ohne ständig auf die Tastatur zu schauen. Und den letzten Schnitt mit dem Messer habe ich auch wieder zubekommen.

Das alles weiß ich, nur wissen tue ich es nicht. Das ist das große Problem mit Wissen. Wir wissen viel, nur wir wissen es nicht so, dass wir darüber reden könnten. Ein wirkliches Problem. Entweder, wir reduzieren und konzentrieren uns gedanklich auf das, was wir explizit wissen können, oder, das andere Extrem, wir erheben uns in die schwindelerregende Höhe des Mystizismus.

Da haben wir uns ein gewaltiges Problem eingehandelt. Wie sollen wir erkennen, was uns hindert zu wissen – und zwar nicht explizit? Was also könnten wir wissen, wenn wir uns nicht im Weg stünden und nur das für wahr erachten würden, was wir auch explizit wissen? Und wie können wir wissen, wann ‚unsere‘ Wirklichkeit schlicht unzutreffend ist?

Ich für meinen Teil beschränke mich auf das, was ich erlebe sowie auf die Erkenntnisse der Wissenschaftler, hier vor allem die Quantenphysiker. Dazu brauche ich mich nur an die Regeln halten, wie man Dingen wirklich auf den Grund geht, statt an der Oberfläche zu bleiben und im Trüben zu fischen.

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