Die Welt denken

‚Die Welt der Wolken und der Regenbögen, der Kinder und der Lieder hat es schon vor der Physik gegeben. Schönheit kam vor Physik, Wirklichkeit vor Leere.‘

Arthur Zajonc in ‚Physik und Unendlichkeit‘

In diesem Gedanken steckt etwas Faszinierendes. Die Welt der unmittelbaren Erfahrung ist durch deterministische Mechanik und durch das dem entsprechende Denken nicht weg zu erklären.

Doch dazu muss man bereit sein, tiefer zu gehen, denn meist wird die Erfahrung, die wir machen, durch gedankliche Modelle überlagert. So kann ich nicht die Erfahrung machen, dass mich jemand ärgert oder mich gar verletzt, ich kann nur meinen eigenen Ärger darüber wie meine eigene Verletzlichkeit wahrnehmen.

In sogenannten Flow-Erlebnissen lässt sich das wunderbar erleben. Im Flow denken wir nicht, doch um in den Flow zu kommen, haben wir vorher gedacht – außer, wir sind noch ganz kleine Kinder. Es geht also darum, mir erst einmal bewusst zu werden, was sein muss, damit ich mir bewusst sein kann, was tatsächlich ist.

Verstehe ich das, verstehe ich auch den Gedanken ‚Schönheit kam vor Physik, Wirklichkeit vor Leere‚. Es geht nicht darum, die Welt wieder denken zu können, und es geht auch nicht darum, überhaupt nicht zu denken, sondern es geht darum zu wissen, wann es hilfreich ist zu denken und wann nicht. Dann komme ich wieder in die Lage, die Welt zu sehen und zu erleben, was tatsächlich ist – ohne darüber nachzudenken.

Ich muss also lernen, Nicht-Denken zu denken.