Vorgehensweise

Man kann keinem Menschen helfen, man kann nur für ihn da sein – wenn er das will. Das habe ich mittlerweile verstanden. Doch um für ihn da zu sein, müssen alle Beteiligten offen und ehrlich miteinander kommunizieren.

Nur blöd, wenn man wie ich einen Beraterjob hat. Den kann man dann eigentlich an den Nagel hängen. Oder man baut ihn um, deshalb auch das eigentlich. Ich versuche das, indem ich mir Gedanken über die grundsätzlichen Fragen des Lebens mache.

Eines ist für mich sicher, nämlich dass ich eigenständig denke, diese Eigenständigkeit aber im evolutionären Dienst des Ganzen steht. Was ich als Einzelner mache, macht letztlich mit allem anderen das Ganze aus. Das Ganze gibt es genau genommen ja nicht, nur das oder den Einzelnen, die eben zusammen das Ganze ausmachen.

Wobei ja schon „meine“ Individualität nicht gegebenen ist, die hat nur die einzelne Zelle, die mit allen anderen „mich“ ausmachen. Wobei es die genau genommen substanziell auch nicht gibt, denn die besteht ja aus Materie. Die aber, das wissen wir heute, existiert auch nicht wirklich, sondern ist ein Produkt des Geistes, den wir uns aber überhaupt nicht wirklich vorstellen können, nur dass er existiert, aber für uns keine Substanz hat.

Das kann ich zwar denken, doch ob ich auch so lebe ist eine ganz andere Frage. Ich stelle mir das etwa so vor wie ein total verworrenes Wollknäuel. Wenn ich sehe, wo und wie es sich verknotet hat, kann ich einen Knoten nach dem anderen auflösen. Ich arbeite mich sozusagen von außen nach innen vor, wobei es dieses Innen tatsächlich nicht gibt, denn habe ich das Wollknäuel aufgelöst, gibt es das nicht mehr.

So ist es auch mit mir selbst. Habe ich alle Knoten aufgelöst, gibt es mich nicht mehr. Daher schreibe ich über das Auflösen von Knoten. So wie die Herren mit Dame auf der Solvay-Konferenz 1927. Da geht es um das Gleiche, nur sind sie sich dessen wahrscheinlich noch nicht bewusst.